Satz 18
“Geschichte entsteht, wenn aus Gedanken Erinnerungen werden.”
Der Wunsch, für alle anderen denken zu wollen, ist der Ursprung alles Politischen.
Wenn die Freiheit zur Selbstverständlichkeit wird, verliert sie an emotionalem Gehalt; anders als die Gerechtigkeit – diese ist nie selbstverständlich.
Der Anfang vom Ende einer jeden demokratischen Gesellschaft ist die Illusion vom Reichtum für alle.
Der Vorteil des Bedeutungslosen ist die Freiheit seines Denkens.
“Handle stets so, dass Du die moralischen Ideale Deiner Gesellschaft am besten erfüllst.”
Erklärung: Kants kategorischer Imperativ sagt nichts über die Werterelativität einer Gesellschaft aus. Die, auch bei uns leider immer noch weit verbreitete, Ansicht, Werte seien absolut, unveränderbar und ewig ist zwar eingängig – aber leider nicht richtig. Aus Kants sicht handelt ein gewaltbereiter Islamist moralisch einwandfrei, weil sein Handeln ja aus seiner subjektiven Sicht durchaus allgemeines Gesetz werden soll.
Wir brauchen zwei Dinge: Erstens die Erkenntnis, dass Moral immer relativ ist – und eine Werteordnung, die über der jeweiligen Kultur steht. Dazu sind die Menschenrechte gut geeignet, Demokratie, Säkularismus. Dann brauchen wir noch eine Institution, die das Wertegerüst auch durchsetzen kann – z.B. eine reformierte UNO.